Thursday, July 8, 2010

Spiegeltherapie für alle - Teil 4

Erweiterung der Spiegeltherapie - Feedbacktherapie

Die klassische Spiegeltherapie wird - wie der Name schon sagt - mit Hilfe eines Spiegels durchgeführt.

Betrachtet man aber das Prinzip hinter dieser Art der Therapie - und löst sich vom Gedanken an den Spiegel - öffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, auch andere Arten von chronischen Schmerzen zu behandeln.

Bei Querschnittslähmungen hat man ja keine gesunde Seite mehr die man bewegen kann - also kann ein Spiegel auch nicht funktionieren?!

Dieses Problem - und die Lösung gleich dazu ;-) - habe ich im März 2003 beschrieben - in der Yahoo Gruppe Supertraining, Message 29357.
Zu meiner grossen Freude habe ich die passende Software Lösung dazu im April 2010 auf der NOI Konferenz in Nottingham kennengelernt: das NOI Move Programm.

Alles was man dazu benötigt ist ein Computer, eine Webcam und Internetzugang.
Man sitzt/steht vor der Webcam die den Oberkörper filmt. Im unteren Bereich des Bildschirms werden Beine eingeblendet die sich bewegen. So erhält unser Gehirn visuelles Feedback von den Beinen - auch wenn man diese aus eigener Kraft nicht mehr bewegen kann.

Grössere Studien, die den Effekt dieser Art der Therapie untersuchen, sind bereits geplant und sollten in den nächsten Jahren Ergebnisse liefern. Die Software ist kostenfrei verfügbar - nur leider hat es sich noch nicht genug herumgesprochen, dass es sie gibt.

Dabei gibt es doch nichts Schöneres als mit anderen zu teilen. ;-)

Wireless

Unser Gehirn bevorzugt visuelles Feedback. Aber wenn, wie bei Rückenbeschwerden, der Rücken nicht zu sehen ist, dann gibt sich das Gehirn auch gerne mit taktilen Reizen (Berührung) zufrieden.

Das Problem liegt eher darin dass von unserem Rücken zu wenig Signale an das Gehirn gesendet werden.

Hier besteht die "Spiegeltherapie" - oder eben besser gesagt - die Feedbacktherapie - daraus, wieder Reize zu setzen:
mit Bürsten, Igelbällen, etc.

Das Gehirn kann den Körper gut steuern - muss aber wissen in welchen Bereichen es eingreifen muss.
Dazu braucht es Feedback - eine Rückmeldung die dem Gehirn anzeigt wie es seinen Output anpassen muss.

Man sieht das bei gehörlosen Menschen sehr gut: sie hören sich selbst nicht - bekommen also kein Feedback - und lernen daher das sprechen nicht. Der gleiche Mechanismus steht hinter vielen Arten von chronischem Schmerz.

Die Feedbackschleife wird unterbrochen und die Steuerung läuft aus dem Ruder.

Spiegeltherapie für alle - Teil 3

Wirkungsweise

Die Therapie wurde das erste Mal Mitte der 90er Jahre beschrieben.
Das ist bei weitem nicht genügend Zeit, um die Wirkungsweise bis ins letzte Detail erforscht zu haben.

Das soll uns aber nicht daran hindern, schon jetzt überaus erfolgreich mit der Methode zu arbeiten und sie auszubauen.

Der wichtigste Punkt der sich aus den schon vorhandenen Forschungen ergibt ist:
unser Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig. Es ist "plastisch".

Dies ermöglicht es uns neue Sprachen zu lernen, neue Fähigkeiten zu lernen (z.b. jonglieren) - und auch uns nach schweren Traumen wieder mehr oder weniger zu erholen (z.b. Schlaganfall).

Diese Fähigkeit des Gehirns beruht auf verschiedenen Mechanismen:
- stumme Verbindungen sind Kontakte zwischen Nervenzellen die normalerweise nicht aktiv sind. Nur bei extremen Umständen werden diese aktiv.
- Neubildung von Nervenzellen in kleinem Ausmass könnte auch zur Erholung beitragen. Man hat erst vor wenigen Jahren herausgefunden dass überhaupt neue Nervenzellen gebildet werden. Wie diese dann im Gehirn verwendet werden ist bis jetzt noch nicht geklärt.
- angrenzende Bereiche übernehmen zum Teil die Funktion des Bereichs der ausgefallen ist.

Diese "Selbstheilungskräfte" des Gehirns sind erstaunlich - haben aber auch das Potential für Probleme zu sorgen.
Das Gehirn kann nämlich chronische Schmerzen erlernen.
Dabei werden bestimmte Areale, die für die Darstellung der Körperoberfläche zuständig sind, verändert.

7 Strangers

Signale die von aussen an das Gehirn gesendet werden sind zunächst "neutral", d.h. es gibt kein Schmerzsignal auf dem Weg zum Gehirn.
Dass diesen Rezeptoren der Begriff "Nozizeptoren" (Schmerzrezeptoren) gegeben wurde, war ein grosser Fehler.
Besser ist es diese Signale als Warnsignale zu beschreiben - denn das ist ihre tatsächliche Aufgabe.

Denn letztendlich entscheidet erst das Gehirn ob Schmerz wahrgenommen wird oder nicht.

Bei chronischen Schmerzen geht man davon aus, dass das Gehirn gelernt hat, harmlose Warnsignale als schmerzhaft zu interpretieren.
Hier können u.a. Dinge wie ein falsches Verständnis von Schmerz eine Rolle spielen. Also im weitesten Sinn die Art und Weise wie man mit Schmerz umgeht, welchen Bewegungen/Tätigkeiten man die Ursache für die Schmerzen gibt usw.

Deswegen ist nach dem Biopsychosozialen Modell auch eine interdisziplinäre Therapie bei chronischen Schmerzen nötig. Hier arbeiten Ärzte, Therapeuten, Psychologen, Sozialberater und andere zusammen, um das Problem von allen Seiten anzugehen.

Zurück aber zum Gehirn:
werden Warnsignale über einen längeren Zeitraum als schmerzhaft empfunden, so kann sich ein Schmerzgedächtnis ausbilden.
Das heisst, das Gehirn hat den Schmerz fest abgespeichert bzw. erlernt.
So wird dann, auch wenn die Verletzung schon längst abgeheilt ist, weiterhin - direkt vom Gehirn aus (!) - Schmerz erzeugt.

Das Gehirn hat etwas erlernt, das für den Patienten nicht sinnvoll bzw. hilfreich ist - eher das Gegenteil.

Die Therapie muss also diesen Lernprozess rückgängig machen.
Therapie stellt ein umlernen dar - nicht ein reines Training im Sinne von Kraft- und Muskelaufbau wie es von vielen fälschlicherweise verstanden wird.

Und lernen funktioniert nur, wenn unsere Aufmerksamkeit auf das gerichtet ist was wir gerade machen.

Die Wirkungsweise der Spiegeltherapie kann man demnach so beschreiben:
"Spiegeltherapie ist ein (Um-)Lernprozess, bei dem man mittels gelenkter Aufmerksamkeit dem Gehirn ermöglicht zwischen harmlosen und echten Warnsignalen zu unterscheiden".

Das Gehirn muss "merken" wo die Grenze liegt, die bei chronischen Problemen im Laufe der Zeit immer mehr nach unten verschoben wird.

Dies kann dazu führen, dass bereits normale Bewegung schmerzhaft ist. Über die Spiegeltherapie kann man dem Gehirn eine Alternative anbieten: die Bewegung des gesunden Arms ist schmerzfrei. Über die Spiegelung "sieht" das Gehirn die betroffene Seite und wie sie sich ohne Probleme bewegen lässt. Diese Illusion reicht oft schon aus um auf der betroffenen Seite den Schmerz zu reduzieren.

Das Gehirn hört auf die Signale von der betroffenen Hand als schmerzhaft zu interpretieren.
Danach kann dann die restliche Therapie ansetzen.

Spiegeltherapie für alle - Teil 2

Durchführung

die klassische Spiegeltherapie wird so durchgeführt:



Die betroffene Seite (Arm, Hand, Bein) befindet sich hinter dem Spiegel (so dass man auch aus dem Augenwinkel nichts davon sehen kann), die nicht betroffene Seite vor dem Spiegel.

Im Bild wird nun die rechte Hand gespiegelt - und es entsteht die Illusion einer gesunden und frei beweglichen linken Hand.
Wichtig dabei ist, dass die gefühlte Position und die des Spiegelbildes übereinstimmen. Ist der Spiegel z.b. zu stark gekippt, dann funktioniert die Illusion bei weitem nicht so gut.

Zunächst sollte auch die Umgebung relativ frei von Ablenkungen sein.
Die Aufmerksamkeit muss komplett dem Spiegelbild gelten.

Auch dürfen die Arme nicht zu weit auseinander liegen. Abstände bis zu 50cm geben die besten Resultate.
Bewegt man die Hände, dann geht die betroffene Seite nur bis zur Schmerzgrenze - nicht darüber!

Spiegeltherapie muss als Training verstanden werden:
das Gehirn hat den (chronischen) Schmerz erlernt - und die Therapie muss diesen Lernvorgang rückgängig machen.
Analog zum sportlichen Training gibt es also ein paar einfache Regeln zu beachten:

1) den aktuellen Trainingslevel finden, d.h. auf welcher Stufe muss das Training beginnen?
Wenn möglich, bewegt man beide Hände gleichzeitig. Hier kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen: Finger öffnen und schliessen, den Daumen und die Fingerspitzen zusammenbringen, das Handgelenk beugen und strecken, etc.

Ist dies nicht möglich, weil z.b. verstärkt Schmerzen auftreten, dann bleibt die betroffene Hand zunächst hinter dem Spiegel liegen und nur die gesunde Hand bewegt. Weiter reduzieren kann man das Training indem beide Hände auf dem Tisch liegen und man zunächst nur das Spiegelbild betrachtet.

Sollte auch dies zu Problemen führen müssen andere Therapien vorgeschaltet werden (Imaginationstraining). Dies ist aber nur bei einer sehr sehr kleinen Patientengruppe nötig die von CRPS (bzw. Morbus Sudeck) betroffen sind.

2) Steigerung:
je nach aktuellem Trainingszustand stellt sich die Steigerung so dar:
- beide Hände liegen, keine Bewegung
- betroffene Hand liegt, gesunde Hand bewegt
- beide Hände bewegen (einfache Muster)
- beide Hände bewegen (komplexe Muster)
- beide Hände bewegen - Ablenkung von aussen wird eingebaut

Steigern kann man oft sehr schnell. Sobald eine Stufe toleriert wird, d.h. es zu keiner Schmerzverstärkung kommt, probiert man die nächste Art von Bewegung. Es ist nicht ungewöhnlich innerhalb einer Therapieeinheit alle 5 Stufen zu durchlaufen.

Bei den nachfolgenden Einheiten kann man natürlich dann direkt bei der letzten erreichten Stufe einsetzen. Denn eine Reduzierung ist jederzeit wieder möglich, sollten sich Schmerzen einstellen.

3) Alltagsbezug:
wir dürfen in der Therapie nicht vergessen, dass unsere Arbeit (für den Patienten) sinnvoll sein muss.
Es gibt Alltagsbewegungen die gemeistert werden müssen.

Es ist nicht nur der Schmerz an sich, der eine grosse Beeinträchtigung darstellt, sondern auch das auf-andere-angewiesen sein, das als störend empfunden wird.

Die Therapie muss sich daher auch an genau diesen Einschränkungen orientieren und sie wieder trainieren. Dabei können Hilfsmittel wie Besteck, Geschirr, Bürsten, Stifte, etc. zum Einsatz kommen.

Bei Schulterproblemen bietet es sich an, z.b. die Haare zu kämmen. Dabei muss dann der Kopf noch etwas seitlicher vom Spiegel positioniert werden, damit man die Bewegung gut sehen kann.

4) Dauer und Häufigkeit:
In der Praxis zeigt sich, dass eine Dauer vom 10min pro Trainingseinheit ausreichend ist. Die Konzentrationsfähigkeit lässt auch nach dieser Zeit nach und der Effekt wird geringer.
Zur Häufigkeit: 2-3 mal pro Tag, täglich für mehrere Wochen (bis zum gewünschten Erfolg).

Bei periodisch auftretenden Schmerzen kann man die Therapie natürlich auch nur im Bedarfsfall anwenden.

5) Besonderheiten:
wird die Therapie nur zur Schmerzreduktion eingesetzt, so steht das Bewegungsausmass beider Gliedmaßen nicht im Vordergrund. Man bewegt einfach beide Körperteile synchron und geht keinesfalls über die Schmerzgrenze.

Möchte man aber ein Gelenk wieder "fit" machen, z.b. nachdem es mehrere Wochen in einer Schiene/Gips gelagert war, dann bewegt man die gesunde Seite (die sich ja dann als betroffene Seite spiegelt) - weiter als es eigentlich möglich ist.
Die betroffene Seite geht bis ans Bewegungsende, die gesunde Seite so weit wie möglich.

Durch die Ruhigstellung hat das Gehirn verlernt dass sich der Arm/die Hand bewegen lässt - und über die übertriebene Bewegung der gesunden Seite kann man diese Schonhaltung schnell "löschen".
Aus eigener Erfahrung mit Patienten, lassen sich diese "erlernten" Einschränkungen innerhalb von 1-2 Tagen vollständig beseitigen.

Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen:
die Spiegeltherapie ist nur ein Teil der gesamten Therapie.
Besteht eine Frozen Shoulder schon über einen Zeitraum von 6 Monaten, so haben sich im Gelenk weitreichende Veränderungen ergeben.
Diese müssen natürlich nach und nach angegangen werden - durch intensives Training und Mobilisation.

Ist aber der Schmerz erstmal beseitigt, dann ist die nachfolgende Therapie wesentlich angenehmer. ;-)

Hier noch eine kleine Fallstudie die zeigt, wie schnell man bei einem Patienten die Beweglichkeit mit dem Spiegel verbessern kann:

Spiegeltherapie für alle - Teil I

Die Spiegeltherapie ist eine in den 90er Jahren entwickelte Methode zur Behandlung verschiedenster chronischer Schmerzyndrome.
Professor Ramachandran und sein Team haben sich zunächst auf Phantomschmerzen konzentriert und die Effektivität dafür nachgewiesen.
In den vergangenen Jahren wurden jedoch auch bei anderen Krankheitsbildern sehr gute Verbesserungen erzielt.

Therapie bedeutet in den meisten Fällen, dass der Patient jemanden aufsucht (einen Arzt, einen Therapeuten, etc.), der dann die geeignete Massnahme durchführt.
Unwillkürlich entsteht dabei oft der Eindruck, dass der Patient nichts selber gegen sein Problem unternehmen kann.

Spiegeltherapie geht hier genau den entgegengesetzten Weg:
der Patient muss selbst aktiv werden - sonst kann kein Effekt eintreten.
Auch die Regelmässigkeit des Trainings führt dazu, dass die Verantwortung für die Therapie beim Patienten liegt.

In der Praxis zeigt sich auch, dass die Spiegeltherapie sehr schnell zu einer Verbesserung (v.a. der Schmerzwahrnehmung) führt.
So ist der Patient motiviert die Therapie auch durchzuführen - weil sich nach jeder Eigenbehandlung Fortschritte zeigen.

Somit ergibt sich eine wesentlich bessere Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient.

Bei welchen Krankheitsbildern lässt sich die Therapie anwenden?

Erfahrungsberichte gibt es aus den Bereichen Phantomschmerzen, CRPS (auch Morbus Sudeck genannt), Arthritis, Frozen Shoulder, Trigeminus Neuralgien, Querschnittslähmungen, Schlaganfälle, Dystonien und vielem mehr.

Bevor man sich zu viele Hoffnungen macht hier der wichtigste Punkt zur Spiegeltherapie:
es ist primär eine Behandlung, die den Schmerz beeinflusst!

Am Beispiel von Amputationen ist dies gut zu sehen:
Phantomschmerz wird in den meisten Fällen empfunden, weil sich das Phantomgliedmass in einer verkrampften Stellung befindet, d.h. die Finger der amputierten Hand werden als permanent angespannt empfunden. Sie lassen sich nicht mehr in eine entspannte Position bringen.

Mit Hilfe der Spiegeltherapie kann man diese Verkrampfung lösen - und hat danach nur noch die Empfindung einer Phantomhand - die sich aber nicht störend oder schmerzhaft äussert.

Bei einigen Krankheitsbildern ist neben dem Schmerz auch die Beweglichkeit erheblich eingeschränkt - z.b. bei der Frozen Shoulder. Auch hier lässt sich teils innerhalb von wenigen Tagen der Schmerz massiv reduzieren - aber die Beweglichkeit bleibt trotzdem reduziert.

Hier ist die Spiegeltherapie also nur ein kleiner Baustein in der gesamten Therapie; wenn auch aus meiner Sicht einer der wichtigsten. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ich versuche eine schmerzhafte Schulter wieder "in Gang zu bringen" - oder ob ich das auch ohne Schmerzen erreichen kann.

Klassische "Hausaufgaben", die während der Therapie vermittelt werden, zeigen oft keinen unmittelbaren Effekt auf das Schmerzempfinden des Patienten.
Deswegen ist oft die "Compliance" (die aktive Mitarbeit an der Therapie) mangelhaft - und das zu Recht.
Wieso soll ich eine Massnahme durchführen die "mir nichts bringt".

Die Spiegeltherapie ist hier eine sehr gute Methode eben genau diese aktive Mitarbeit zu fördern - denn der Effekt ist in der Regel innerhalb der ersten 2-3 Minuten erreicht.
Selbst wenn der schmerzreduzierende Effekt länger auf sich warten lässt, ist doch das Gefühl der optischen Täuschung/Illusion so neuartig dass die meisten Patienten es gerne auch zuhause wiederholen.

Man könnte die Spiegeltherapie auch als die "ohne Worte" Therapie beschreiben - sie spricht für sich selbst. ;-)

In den folgenden Teilen beschreibe ich die tatsächliche Durchführung, die (vermutete) Wirkungsweise - und das was mir sonst noch dazu einfällt. ;-)

Als Zusammenfassung:

"Spiegeltherapie ist......"
- einfach anzuwenden
- primär eine Behandlung die der Schmerzreduktion dient
- Therapie die der Patient selbständig durchführen muss
- Training (und muss auch gesteigert werden)
- kostengünstig
- motivierend
- effektiv
- ausbaufähig (d.h. es steckt mehr dahinter als wir uns vorstellen können)

Kurz:
ich liebe die Spiegeltherapie ;-)

4 Days To Go

Saturday, February 13, 2010

Embodied Cognition

Consider this: you are doing a jigsaw puzzle. You have started out - as most people do - looking for the easy pieces that make up the frame of the puzzle.
You did this because those pieces have a straight line on one side - making them relatively easy to pick out of the heap of a thousand or more pieces.

Now - as you start working on more difficult parts of the puzzle - you pick up each new piece and try to match the individual pattern and shape to other pieces that are already in place.
While you are doing this - you are automatically turning the piece you are holding around on it's different axes - trying to see if the piece will fit.

At this point allow yourself a break - lean back and start thinking. ;-)

Chain Of Command

What just happened?

I won't lie to you: I don't know.
But what I do know is that by examining this question we are one step further along in solving the problem of how to treat chronic pain.
That's a bold claim - but one I feel very confident about.

Here's why:
your brain is - as you will know - a great pattern recognition machine.
It's also pretty good at mental rotation and judging distances, etc. - just think about driving a car and trying to get through a tight alley; your brain creates a map of the space surrounding the car, factors in the dimensions of the car and "tells" you that you will fit through.
And as with everything else - some people are better at that stuff than others ;-) (think fighter pilots or Air Traffic Controllers).

So mentally rotating the piece you are holding in your hand should be pretty easy - right?
It is; but still most of us prefer to do it "in real space".
Why?

a) Brains are lazy
b) Brains take all the help they can get
c) the Brain doesn't care about the bodies boundaries
d) computation can take place anywhere

Let me explain:
a) Brains are lazy

Thinking uses up a lot of energy - tons of it.
And since brains evolved under circumstances where food was scarce saving energy makes sense.

Which brings us to:
b) Brains take all the help they can get

It makes sense to transfer the workload away from the brain.
Why not use a calculator instead of solving the problem in your head?
Why not write something down instead of remembering it?
It makes evolutionary sense to use "outside" help instead of having the brain do everything by itself. It's much more efficient that way.

You can of course debate these points as long as you like - they are by no means watertight ;-) - but what I'm trying to get to is this:
c) the Brain doesn't care about the bodies boundaries

"We" normally have the strong feeling to be inside our bodies.
Metzinger and others have shown that this feeling of "I" can be transferred to just about any place you want.
You can swap bodies with another person within a couple of minutes.
I myself had my hand "replaced" with one made of rubber which felt really weird - and that took just 20 seconds or so.

We also know that tools are quite easily and readily incorporated into the body schema - walking sticks, surgical tools and what not become parts of "us"; and if you want to speculate - sometimes even emotions and feelings come with that (just look at how some people feel and talk about their cars).

And here's why this is important:
the artificial boundary between "us" and the world simply doesn't exist.
We are part of the environment - and our surroundings are part of us.
We act on our environment - but also react to it.
And: most times we aren't even aware of how our environment "makes us do things".
As an artist I know how weird it can be when you are forced to take pictures like this ;-)):

Meet Emilia

Marketers, Magicians and others have known this for a long long time - and make a pretty good living off it.
Psychologists are just starting to unravel these complex relationships and describing what happens inside the brain when we encounter such situations.
Just read any book like "How we decide" and you will understand what I'm getting at - or watch Richard Wiseman's videos on YouTube.

Now you might think - as I did for a long long time - how is that helping me understand chronic pain - or even better: how is it helping me in treating chronic pain?
The answer:
d) computation can take place anywhere

Let's repeat:
a) Brains are lazy
b) Brains take all the help they can get
c) the Brain doesn't care about the bodies boundaries

If a+b+c are true - then d also has to be true. ;-))
The Brain doesn't care where the solution to a given problem comes from - as long as it's there eventually.

Just look at phantom limb pain:
using a Mirror Box a lot of people can achieve a significant reduction of pain within a few minutes.
The Brain has a problem - it tries comparing different sources of input and output which don't fit together (it has an unsolvable computational or information processing problem); by using a mirror "you" transfer this problem to the environment.

By doing this you are "reframing" the problem - making it easier for the brain to do it's work.
So part of the overall computing process now happens outside of the body and out of the brain.
The mirror image of the moving hand is like a computer moving ones and zeroes around.
It's all just information - which in itself is completely meaningless without context.

I could go on about this for a week or so ;-) - and maybe I will at a later date - but for now I want to leave you with this:
the treatment of chronic pain hinges on the fact that we - as therapists - have to find a way to make it easier for the brain to deal with the situation at hand.
By transferring the problem to the environment we reduce the complexity of the problem - make it easier to solve - and the Brain can stop creating pain.

Just look at how little help a toddler for example needs when learning to walk:
his or her gait pattern without help is often pretty unstable - but even the softest touch suffices to make it much more robust. All your one finger touching his hand does is provide him with input; the brain doesn't have to compute a problem in 4 dimensional space anymore (don't forget the importance of timing!) - but it can reduce the problem to a 2 or 3 dimensional one.
Let me rephrase: your finger is not providing physical support - but informational support only - telling the brain "Look - just treat this part of space as a constant - because it's as stable as the surface this body is walking on".

Get it yet?
Don't worry - I didn't either.
It takes a while to sink in. ;-)

This is the hard part about the science of embodied cognition - getting your head around the concept of you not actually being where you think you are.
The illusion of having this egocentric worldview is so strong and so pervasive that we just can't override it.
But if we look closely enough we can spot it out of the corner of our eyes. ;-)
Like Douglas Adams wrote in the Hitchhikers Guide: flying is easy - just throw yourself at the floor and try to miss. ;-)

In order to show you how this actually looks when applied to patients I will talk about sensory discrimination training in another post.

Thursday, January 1, 2009

There really is no spoon - Part II

The starting point is of course our minds.
The mind is our way of interacting with the outside world - and also with our bodies. Being the artist that I am I postulate that there really is no difference between the two: our bodies (yes - even the one you feel you inhabit) - are the same as the outside world.

For me - in terms of the "Theory of Everything" - our bodies and the outside world are one and the same thing. Why? Because our bodies don't have fixed boundaries. Our body schema is flexible - enabling us to incorporate tools, peripersonal space and other things.
And once something is incorporated into our body schema we show the same stress response as if our real body were in danger.

And yes - you even can swap bodies or faces in a few minutes if you want to.

I don't think this happened "on purpose" - but is simply a happy/serendipitous effect of us being able to use tools. It's just one of the mechanisms we can exploit if we want to.

However - I also wonder about the effects it has on us - even if we are not consciously attending to them. As we have shown the brain is remarkably plastic - it changes all the time. And since the mind is a product of the brain it also changes with it.

So if our body schema is changed by tool use - what happens to our minds? For those who want to rant about the Internet - remember that language is an invention and a tool also - albeit without an external power source.

The Alphabet is a tool any of us uses on a daily basis - and yet we don't think about it that way. But it has to have an effect on us - as we can see when scientists compare peoples way of thinking that are from different cultural backgrounds.

Essence

"You" are changed by where you were born and where you live and what language you use. Twins raised apart show strikingly similar behavioral patterns - I wonder what would happen if you compared twins that were raised apart - one in the US and the other one in China for example. My guess is that only then could you clearly show how much genetics (really) influences a persons behavior.

Our brains use a lot of tricks, shortcuts and even lies to present a coherent world to our minds - and we can exploit those weaknesses almost at will. That's very useful in treating chronic pain syndromes as shown by mirror therapy.

But what about all the drawbacks this haphazard way of creating the world has?
What effect on the mind has sitting in a chair all day long? I'm not talking about back trouble here - but by not moving we are changing our cortical maps. And the mind is based on those maps. So what happens to the mind - your way of thinking - when you sit for long periods of time?

I know from my own experience that I can't do any serious work when sitting in my otherwise excellent Stokke Gravity. It is the best piece of furniture I have seen in my entire life - comfortable, well made, sturdy, gorgeous to look at - but I can't think when in the sitting position.

For me pacing around is the best way to come up with new ideas.

This folks is the riddle of the embodied mind. Our minds are based on our brains and bodies - and what you do with one of them has an effect on the other. Which one has which - well - that's for you to find out.

The only thing that seems pretty clear to me so far is this: as you exercise your body - you also have to exercise your mind.

And I'm not talking Sudoku here - but "deeper stuff" like focusing attention, meditation and the like. As one improves - so will the other. Attention in itself seems to be the most important part - but that requires a whole series of postings on itself.

There is no spoon - Part I

A while ago I did a series of postings about pain and about mirror therapy for phantom limb pain and other chronic pain syndromes.

The good news is that all of the information contained in that series of articles is still as accurate as when I wrote it - and is a good starting point for most laypersons, therapists and those who suffer from chronic pain and want to try a new form of treatment.

From the feedback that I got it is clear to me that I did a good job of explaining the very often difficult science behind it and made it accessible and understandable for everyone.

However - as an Artist and Visionary (I took a test that said that I am both) ;-) my brain refuses to stop thinking about that stuff.
And that's what I have been up to for the last year or so.

In order to go even farther - to develop even better and faster ways to treat pain we have to construct a "Theory of Everything" as I like to call it - because only then will we be able to see how we can exploit the weaknesses of the brain even more to our advantage.

The good news: there is enough experimental data available from a lot of different fields that we can start to construct such a theory. The bad news: it's a lot of different disciplines from which I have to "borrow" from and try to integrate them into one comprehensive overview. And new stuff keeps cropping up all the time which makes it hard to keep up with all the new input.

In the past I've made a few pretty wild guesses (based on the data available at the time) - and most of them were shown to be true. See for example my description of how to treat chronic pain in paraplegics (Yahoo Group Supertraining, Message 29357).
My idea of using visual feedback in treating chronic low back pain by showing the patient an image ofhis back on a monitor is now undergoing trials in Australia.

So I want to start this series with a few questions that are on my mind right now and that show where my "Theory of Everything" is heading at the moment.
And - since I am an Artist - I don't recognize authorities or self-made boundaries I'm going to sound pretty weird at times. ;-)

Here we go:

- We are still accustomed to thinking in terms of influencing the real body when treating patients. However research on Phantom limb pain has shown that there is a virtual body which our brain constructs. The simple solution to phantom limb pain turned out to be not to treat the real body - but the virtual one.

Something similar happens in CRPS - the symptoms we see in the real body are just that - symptoms. The real disease is in the brain - in the representation of the affected limb - a software error so to speak. And treatment that tries to correct that software error leads to automatic changes in the body. We simply have to tell the brain what we want it to do and it does all the things necessary - like increasing blood flow and so on.

In the talks I give I always try to teach my students to shift their perspective from a hardware based model to a software based one.

Now - what if we took this idea even further? What if we applied this model to all forms of pain? What if instead of: "When I want to move my arm I tell my boy to do it." we were to say "If I want to move my arm I move my virtual body - which then sends out a signal to the real body to replicate the movement."?

This might not sound like a big difference - but in terms of rethinking movement and movement control it's huge. Remember that the virtual body can be quite different from the real one!

What happens when a distorted virtual body is simulating a movement that the real body can't replicate because there is a limb missing? Phantom pain is the answer.

Now take chronic low back pain - and you can see the same mechanism at work - the cortical field of the low back is enlarged - and yet the real lower back stays the same. Pain is the result.

Giving up the idea of treating/working with/even having a real body is difficult - one of the drawbacks of having an embodied mind - but I think it's crucial for us to "just let go" if we want to develop new ideas and treatments.

Scream If You Can

- Placebo. Placebo is a fact. There are enough studies out there showing that it works - and works really well.
And yet - the mechanism of action is as yet unknown. Really?
Again - think about the difference between a virtual and the real body. What if the placebo (be it a procedure or a pill) - is simply becoming a "piece of software" - and the brain tries to simulate it's effects on the virtual body - thereby changing the real body.

The brain has to represent the outside worlds so our minds have something to act upon. This is where the mirror neuron system comes in. So while the brain simulates the interaction with the placebo it accidentally changes the real body in response - setting free endorphins and the like.

This of course is just a rough idea at the moment - but what if placebos manage to - once again - fool the brain by using this "trapdoor"? The mirror system wasn't "meant" to be there for placebos - but for understanding others/empathy and so on - for all the stuff you need to be able to do when living in groups. It seems to me that placebos exploit this weakness of our brains quite efficiently.

- Environment changes behavior. Lasting behavior change is difficult. We are after all creatures of habit. But again - what study after study shows is that the environment we find ourselves in actually determines some of our behavioral responses.

We are not "in charge" - but are influenced by what and who is around us. And yet - our brains still hold up the illusion that "we" are in charge and give us the feeling that we wanted to do this or that. The short story is this: if you have identified a behavior that you want to change - don't try to change it directly - but try to change the environment in which it manifests itself.
Remove the "cues" if you will that "make your brain do things automatically" - and you will succeed far more quickly and it will last.

As I've written before - starting an exercise regime is often quite difficult - because there really is no spare time left in a day. By identifying "empty time" - time that is spent doing meaningless tasks you create time in which to exercise.

And just to make clear that it works really really well: I've been going to the Gym for a year now - doing 3 sessions each week (1 hour each) - and have lost 45 pounds. Just as I said I would. And I'm not going to stop there ;-) - because by now it's turned into a habit - like brushing my teeth.

- "Me". Our brains create the illusion of "I" in order to .......? What is a feeling of "Me" good for? Based on the fact that our environment changes our behavior quite dramatically I think we should take a closer look at the concept of "I".

What if we really are like worker bees - mindless robots following a few simple rules in order for the queen to survive? Would it make us less happier? Look at the people around you: seems to me that most of them are unhappy anyway.

Since this feeling of "I" is so strong I think it's pretty much impossible to try to imagine a theory without it - the drawback of an embodied mind again. But if you look at the Hardware/Software approach I think it's one well worth pursuing. What if "we" are really just cogs in the machine being made to think we actually have a say in the matters of what the bigger machine does?!

One of the first steps in this direction is the Biopsychosocial Model. It recognizes that we as people are a part of different environments and groups - and looks at what influences us.

The Omnivores Dilemma

- Another trapdoor of our minds. Here is more evidence for my hunch that "we" don't really exist: you can be made to swap your body within a few minutes. One can - by visual trickery and exploiting our sensory system - be made to experience another body as one's own.

We can also include objects into our body schema quite easily. "We" don't really have fixed boundaries. What we think of as our body is really just a constantly changing "sphere of influence". This helps us in using tools.

It was never "meant" to be more than that - but this is the beauty of the brain: you can use all these mechanisms that evolved over time and do some crazy stuff with them. As you can see our bodies aren't real in any way - you can change them, make them bigger or smaller, give them extra arms - even swap bodies completely.

What if the same goes for our minds? What if our mind is just a tiny part of a bigger (hive) mind? After all - culture looks to have a mind of it's own sometime. The culture you grow up in shapes you and your brain - and you become part of it by reinforcing the same behaviors and cultural norms. You become part of it. And that becoming part of it is manifest in your brain.

And since your brain creates your mind it changes you. If you grew up in a different culture you would be different and have different ways of thinking and acting. But you'd still feel as if "you" were in charge - which you are quite clearly not. I wonder what would happen if you got rid of the "Me" module in your brain and would start to experience yourself as part of something bigger - a hive mind.

I sometimes get the feeling that there are people who either have achieved this or are close to it: people who are driven by the need to do something to benefit humanity as a whole. (or it's just the endorphins released by doing something good which you can get hooked on too). Either way - I guess this approach would give us some pretty far-reaching insights.

As I've said - these are the questions that keep me up at night at the moment. ;-)
The difficulty in making progress is that the feeling of "I" is so strong that you can't run a simulation in your head without the "I" part being central to it.

We'll see where it leads as more evidence is produced in labs around the world.
The following postings will show different aspects as the relate to my development of the "Theory of Everything" and present proof that most of my crazy ideas are based on science and solid facts.
Have fun! (It's just a ride)

Out Of Reach